Die ASO geht in die Offensive und der Nationalrat sowie der Ständerat machen mit!

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) kündigt in ihrem Newsletter eine Offensive zur Bankenproblematik an. Im Ständerat wie auch im Nationalrat sind entsprechende Diskussionen positiv für uns Auslandschweizer/-innen verlaufen. Mehr dazu gibt es in den News der ASO zu lesen: http://aso.ch/de/information/newsletter/archiv-aso-info/aso-info-517#a530

Inwiefern sich diese Gleichberechtigung zwischen Inlandschweizern und Auslandschweizern auf die Gebühren bezieht, wird sich zeigen. Vorderhand geht es wohl darum, allen Auslandschweizern grundsätzlich eine Kundenbeziehung bei der Postfinance (resp. bei einer der systemrelevanten Schweizer Banken) zu ermöglichen.

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Gebühren für 2016 aktualisiert

Sämtliche Gebühreninformationen sind nun für 2016 aktualisiert, nachdem die allermeisten Schweizer Banken ihren aktualisierten Gebührentarif fürs neue Jahr publiziert haben.

Grosse Änderungen für Kunden mit Domizil Ausland gibt es nicht, folgendes ist mir aufgefallen:

  • Bei den Nicht-Raiffeisen-Banken zeigt die Gebührentendenz weiterhin nach oben: per mitte 2015 resp. anfangs 2016 haben mind. drei grössere Banken (Migrosbank, Postfinance, ZKB) ihre Gebühren für Auslandkunden um 50% oder mehr erhöht.
  • Für Neukunden mit Domizil Ausland wird die Suche nach der günstigsten Schweizer Bank zum Spiessrutenlauf: Auf Anfrage scheinen immer mehr Banken Neukunden mit der vagen Begründung von „zusätzlichen regulatorischen Anforderungen“ abzuweisen. Welche Länder genau betroffen sind, wird bis anhin von keiner Bank publiziert. Einige wenige Banken weisen immerhin abgestufte Gebühren für einzelne Länder aus.
  • Bei den Raiffeisenbanken steigt der Gebührendurchschnitt auf über CHF 240 an – ich tippe auf eine neue Empfehlung von „240 – 480“ der Raiffeisen Schweiz. Einige Banken haben explizit ein Gebührenintervall von 240 – 480 publiziert, was zu weniger Transparenz führt und der Bank mehr Spielraum im Einzelfall zulässt. Eine Genossenschaft (Villmergen mit CHF 600/Jahr) gehört neu zu den teuersten Schweizer Banken für Auslandkunden.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Gebühren für Auslandkunden steigen weiter an, die jeweils günstigsten Banken passen ihre Gebühren nach oben an.

Gebührenübersicht aktualisiert

Endlich bin ich dazugekommen, die Gebührenübersicht auf den neusten Stand zu bringen. Grössere Änderungen im Vergleich zum letzten Jahr gibt es nicht. Bei den Nicht-Raiffeisenbanken (hier gehts zur Gebührenübersicht) gibt es erfreulicherweise immer noch einzelne Banken, die CHF 5-10 pro Monat verlangen. Wäre interessant zu wissen, ob diese auch wirklich Neukunden aufnehmen oder ob das in der Praxis nur für bestehende Auslandkunden gilt.

Bei den Raiffeisenbanken Schweiz ist generell eine Harmonisierung festzustellen: Die Gebühr für Auslandkunden liegt bei den allermeisten Raiffeisenbanken bei CHF 240 pro Jahr, Möglichkeiten zur Reduzierung dieser Gebühr sind bei kaum einer Raiffeisenbank dokumentiert (Ausnahmen siehe Gebührenübersicht Raiffeisenbanken Schweiz). Raiffeisenbanken in Grenzgebieten haben tendentiell tiefere Gebühren, da sie wohl stärker abhängig sind von Auslandkunden.

Falls Sie es kürzlich geschafft resp. nicht geschafft haben, als Auslandkunde ein Konto bei einer Schweizer Bank zu eröffnen, teilen Sie das bitte via Kommentarfunktion mit! Das hilft uns anderen, ebenfalls eine Bank zu finden, wo man noch willkommen ist resp. auch, die Gebühren zu minimieren.

Ständerat hat Postulat bezüglich Kontobeziehungen für Auslandschweizer angenommen

Es kommt langsam Bewegung seitens der Schweizer Politik in unser Anliegen: Ein Postulat von Ständerat Konrad Graber wurde in der Session vom 08. Dezember 2014 angenommen. Dieses verlangt unter anderem:

b. Pflicht der Postfinance AG zur Eröffnung und Führung eines Zahlungsverkehrskontos auch für Auslandschweizer unter der Bedingung, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz und im Gaststaat eingehalten werden.

Damit wäre zwar sichergestellt, dass Auslandschweizer/-innen weiterhin ein Konto bei einer Schweizer Bank führen können – im konkreten Fall bei der Postfinance AG, da diese zu 100% dem Bund gehört. Andere Grossbanken würden aber wohl aufgrund des politischen Druckes nachziehen, so zumindest die Hoffnung des Antragstellers. An der Gebührenfront würde sich aber wohl trotzdem nicht viel verändern, insbesondere würde weiterhin eine einzige Gebuhrenhöhe für alle Auslandschweizer gelten, unabhängig in welchem Land man sein Domizil hat. Also weiterhin null Gebührentransparenz und damit null Verständnis von uns betroffenen Auslandschweizern.

Hier der Link zum Postulat: http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143752
Sowie die (kurze) Diskussion während der Ständeratssession: http://www.parlament.ch/ab/frameset/d/s/4916/453029/d_s_4916_453029_453624.htm

Nicht nur Auslandkunden sind von Gebührenerhöhungen betroffen

Nachdem praktisch alle Banken Gebühren für Auslandkunden eingeführt haben, scheinen jetzt auch die Inlandkunden vermehrt zur Kasse gebeten zu werden, siehe unten verlinkten TA-Artikel. Als Hauptbegründung werden die aktuell tiefen Zinsen angegeben:

Hauptsächlich stehen die Gebührenerhöhungen aber im Zusammenhang zur verschlechterten Marktlage seit der Finanzkrise. So vermiesen die momentan tiefen Zinsen den Banken das Geschäft.

Wer allerdings glaubt schon, dass die Banken die Gebühren bei steigenden Zinsen wieder senken werden? Ich auf jeden Fall hege meine Zweifel.

Hier der Link zum Artikel: Tages-Anzeiger Online, Artikel "Teures Konto" vom 01. Oktober 2014

Zwei interessante Fälle aus dem Jahresbericht 2013 der Institution Schweizerischer Bankenombudsman

Beim Durchstöbern der Webseite der Institution Schweizerischer Bankenombudsman habe ich zwei interessante Fälle zum Thema Auslandkunden gefunden:

  • Im ersten Fall hat eine Bank die Beziehung zu einer im Ausland wohnhaften Kundin einseitig beendet. Die Kundin wollte daraufhin ihr gesamtes Vermögen von ca. CHF 1 Mio. in bar abholen. Dies hat die Bank abgelehnt. Die Institution Schweizerischer Ombudsman konnte der Kundin nicht helfen, der Fall wird nun wohl vor Gericht landen. Fallbeschreibung siehe hier. Der Fall wurde auch in mind. 2 Artikeln der Zeitung Finanz und Wirtschaft zitiert: hier und hier.
  • Im zweiten Fall machte eine im Ausland wohnhafte Kundin geltend, von der Bank erst nachträglich über die Einführung einer Kontoführungsgebühr informiert worden zu sein. Sie kündigte darauf die Bankbeziehung und verlangte die bereits belastete Kontoführungsgebühr zurück. Nach dem Einschreiten des Schweizerischer Ombudsman hat die betroffene Bank nachgegeben und die Gebühren zurückerstattet. Fallbeschreibung siehe hier.
  • Auch wenn inzwischen so ziemlich alle Schweizer Banken eine separate Kontoführungsgebühr für Auslandkunden eingeführt haben, ist das Thema doch immer wieder Gegenstand von Zeitungsartikeln und Kundenreklamationen. Die Hoffnung (auf ein Schweizer Bankkonto ohne zusätzliche Auslandkundengebühr) stirbt zuletzt!

    Weitere Schweizer Banken verabschieden sich aus Auslandmärkten

    Die Zuger Kantonalbank kündigt im Verlaufe des 2014 ihren rund 1000 Kunden mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz die Geschäftsbeziehung. Die Appenzeller Kantonalbank gewährt ihre Dienste nur noch ausländischen Kunden, wenn sie ihren Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder dem Fürstentum Liechtenstein haben. Sämtlichen anderen ausländischen Kunden wurde offenbar gekündigt. Ähnliches gilt für ausländische Kunden mit einem Wertschriftendepot bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank: Ausländische Wertschriftendepot-Kunden müssen ihr Wertschriftendepot bis ende 2014 auflösen, ausser sie haben ihren Wohnsitz in Deutschland oder Frankreich.

    Der Geschäftsleiter der Zuger Kantonalbank, Pascal Niquille, wird im selben Zeitungsartikel (siehe unten) wie folgt zitiert:

    Kundenberater müssen nicht nur von jedem Land das Steuerrecht im Detail kennen. Sie müssen auch genau wissen, was beim Kundenkontakt erlaubt ist. Darf ich mit meinem Kunden telefonieren, falls ja, darf ich ihn beraten, und in welchem Umfang ist das möglich? Die Antworten lauten für jedes Land anders.

    (Angaben wie immer ohne Gewähr, da der Presse entnommen)

    Quelle: „Laufpass für Ausländer“, SonntagsZeitung vom 24. März 2014, http://webapp.sonntagszeitung.ch/read/sz_24_03_2014/wirtschaft/

    ZKB will sich von Kunden mit ausländischem Wohnsitz trennen

    Trotz einer jährlichen Gebühr von CHF 240 scheint die ZKB die nicht mehr so begehrten Kunden mit ausländischem Wohnsitz nicht genügend schnell loszuwerden. Sie hat jetzt wohl begonnen, die Kundenbeziehungen aktiv zu kündigen, siehe Online-Artikel im Tages-Anzeiger vom 7.Februar 2014:

    Die ZKB hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr damit begonnen, die Verbindungen zu rund 9000 Kunden zu trennen. […]

    Für Auslandschweizer, welche Einkommen und Vermögen korrekt versteuern, sollen Ausnahmeregelungen gelten. Hier gibt’s den kompletten Artikel zu lesen.

    Sämtliche aufgelisteten Gebühren für 2014 aktualisiert

    Eben habe ich sämtliche Einträge in der Tabelle Gebührenübersicht aktualisiert. Nennenswerte Änderungen gab es nicht, eine schweizweite Bank ohne Zusatzgebühren für Auslandkunden ist weiterhin eine Wunschvorstellung. Hält man sich vorallem in einem einzelnen Kanton auf, bekommt man evtl. ein gutes Angebot von der entsprechenden Kantonalbank oder Raiffeisenbank. Schweizweit haben die Migros Bank, die Postfinance sowie die Alternative Bank Schweiz mit CHF 60 resp. 120 pro Jahr die besten Angebote.